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Tiroler Pilger zu Besuch im lateinischen Patriarchat in Jerusalem

Im Zuge ihrer Pilgerreise in das Heilige Land besuchten 180 Pilger aus Tirol gemeinsam mit Diözesanbischof Manfred Scheuer und Generalvikar Jakob Bürgler auch das lateinische Patriarchat in Jerusalem. Mit dabei war auch der österreichische Botschafter in Jerusalemi, Dr. Franz Joseph Kuglitsch.

Pilger im Patriarchat: Weihbischof William Shomali, Bischof Manfred Scheuer, Botschafter Franz Joseph Kuglitsch mit einem Teil der Pilgerschaft aus Tirol

 

Der Patriarch selbst weilte zum Zeitpunkt des Besuches allerdings  in Österreich, wo er sich einer Augenoperation unterzog.


„Es freut mich sehr, dass Sie die Christen im Land stärken,“ sagte Weihbischof William Shomali, der die große Delegation aus Tirol empfing. Bereits zu Beginn ihrer siebentägigen Reise verbrachten die Pilger aus Tirol zwei Nächte in Bethlehem, um vor Ort mehr über die Lebensumstände der Christen im Palästinensergebiet zu erfahren. Dort feierten sie den Pilgergottesdienst in jener Pfarrkirche, in der der Neffe des Weihbischofs, Ibrahim Shomali, Pfarrer ist. Ibrahim Shomali setzt sich gegen den Bau der Mauer zwischen Israel und den besetzten Gebieten und die damit drohende Konfiszierung von Grundstücken christlicher Familien im Cremisantal nahe Bethlehem ein.

Weihbischof William Shomali informierte die Tiroler ausführlich über die Herausforderungen der Christen im hl. Land. „Die demographische Entwicklung zeigt deutlich, dass die Christen weniger werden,“ so gäbe es in ganz Jordanien, Israel und Palästina zusammen nur noch 400000 Christen, gibt Shomali zu bedenken. Mit dieser Entwicklung ginge einher, dass andere Religionen einen Zuwachs verzeichnen.

Eine zweite Gegebenheit mit der man sich als Christ im hl. Land konfrontiert sehen müsse, sei, dass es 13 christliche Konfessionen gibt. Dennoch ist der Weihbischof in diesem Punkt sehr optimistisch gestimmt und meint, dass das ökumenische Klima im Lande ein durchaus gutes sei.
Im Mai wird Papst Franziskus in Jerusalem auf den Patriarchen treffen. Geplant ist, dass vor dem hl. Grab das Evangelium in lateinischer und griechischer Sprache verlesen wird. Für den Weihbischof ein Zeichen dafür, dass „der Bann zwischen Ost- und Westkirche aufgehoben ist.“
Christen im hl. Land verstünden sich darin, viele Dialoge zu führen. In Jerusalem gehöre die Mehrheit der Menschen dem Judentum an und in Palästina dem Islam. „Da pflegen wir Christen viel Kontakt besonders in Bemühungen um den interreligiösen Dialog. Die Beziehung zwischen Judentum und Islam ist schwieriger als die der Christen zu den jeweiligen Religionen,“ informiert Shomali.

Ein Problem für Christen auf diesem Teil der Erde sei der politische Islam. Der arabische Frühling wirke sich insofern aus, als dort wo die islamische Gesetzgebung zur Gesetzgebung eines Staates wird, Christen automatisch zu Menschen zweiter Klasse werden.
In diesem Zusammenhang erinnert Shomali an „die Tragödie von Syrien“ und meint weiter „es besteht wenig Hoffnung". Der Friede ist die wohl größte Herausforderung der Christen im hl. Land . Neun Kriege haben Menschen in den vergangenen Jahren miterlebt. „Menschlich gesehen ist der Friede unmöglich aus Glaubenssicht heraus bleibt uns als Christen für den Frieden zu beten, denn für Gott ist nichts unmöglich.“ Shomali fügte noch hinzu: „in sechs bis sieben Jahren wird es anders ausschauen.“

Bischof Scheuer, der mit Kardinal Schönborn Beauftragter für Ökumene in der Österreichischen Bischofskonferenz ist, interessierte sich besonders für die Beziehungen der christlichen Kirchen untereinander. Darauf erwiderte Shomali: „Es gibt eine gute Nachricht: es wird viel besser und die massiven Konflikte, die es früher gab existieren so nicht mehr.“ Ein sehr schönes Zeichen für das bessere Miteinander sei die Einführung des gemeinsamen (julianischen) Ostertermins in der ganzen Diözese. Auch gebe es ein überkonfessionelles Treffen aller 13 Bischöfe im zwei-Monats-Takt, was den Geist der Gemeinschaft massiv stärke und so ein Zusammenleben erleichtere

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