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Konzilstag in Sillian: Eine neue Sprache finden

Beim ersten von insgesamt sieben Konzilstagen der Diözese Innsbruck anlässlich ihres 50 jährigen Jubiläums stellten am 8. März in Sillian sechs Pfarren und Gruppen ein breites Spektrum an Visionen für die Zukunft vor. Die Konzilstage finden in Anlehnung ans II. Vatikanische Konzil statt. Ziele sind kraftvolle Zukunftsvisionen und tatkräftige Selbstverpflichtlichtungen der Pfarren.

 

Bischof Manfred Scheuer und Maria Bürgler (VS-Direktorin in Debant).

 

Anno Schulte-Herbrüggen, Pfarrer von Sillian und Maria Bürgler, Volkschuldirektorin in Debant, führten durch den spannenden Tag, an dem auch Bischof Manfred Scheuer, Caritasdirektor Georg Schärmer und Seelsorgeamtsleiterin Elisabeth Rathgeb teilnahmen und Rede und Antwort standen.

Die Visionen

Die Spendung der Sakramente war eines der zentralen Themen. Wie Papst Franziskus kürzlich betonte, war es vielen Pfarren ein Anliegen, die Sakramente nicht als Belohung für ein frommes Leben zu sehen, sondern als Hilfe in der Not und in allen Lebenslagen. Gerade im Umgang mit Menschen, die nach einer Scheidung noch einmal heiraten, war eines der heißen Eisen, das klar benannt wurde und bei dem sich die Pfarren ein Umdenken erwarten. Hier verwies Bischof Manfred Scheuer bei der Beantwortung auf die Familien-Synode, bei der dieses Thema auch besprochen werden wird. Gerade das Scheitern der Menschen wandelt Gott in ihre Heilssendung für andere Menschen, so eine Vision und Einsicht aus den Arbeitskreisen. Eine Vision lautete auch, dass Priester, die das Zölibat nicht eingehalten haben, wieder in die Gemeinschaft aufgenommen werden und, wenn sie es wünsche, weiterhin den Dienst am Altar verrichten dürfen.

Alle Getauften sind zur Seelsorge berufen, die Kirche ist eine Gemeinschaft der Getauften, die sich gegenseitig helfen. In der Nachbarschaft, auf der Straße. Es gehe ums bewusst verfügbar machen und dies den anderen Menschen auch zeigen. Ich bin da und will mich in die offene und einladende Gemeinschaft einbringen. Durchaus kritisch auch die Selbstreflexion. Ein Teilnehmer merkte augenzwinkernd an: „Die Zeiten haben sich geändert, die Gläubigen vielleicht nicht.“

Die Selbstverpflichtungen

Die Pfarren haben sich ganz konkrete Ziele und kreative Ziele gesetzt. Ein Ziel lautet zum Beispiel: Achtsamer mit Menschen umgehen und mit Kritik sparsam umgehen, eigene Fähigkeiten und Talente in der Gemeinschaft einsetzen, trotz Kränkung die Mitarbeit in der Pfarre nicht ablehnen oder sich wieder mit „Grüß Gott“ grüßen.

Der ganze Tag war getragen von einer konstruktiven und wohlwollenden Atmosphäre. Ein neuer Aufbruch, ein neuer Wind und eine neue Sprache waren deutlich zu spüren.

 

Am Podium: Pfarrer Anno Schulte-Herbrüggen (li.) und Caritasdirektor Georg Schärmer.

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