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"Aufbrechen, aber kein Jubeljahr"

Bischof Scheuer: Programm zum 50-Jahr-Jubiläum der Diözese Innsbruck nicht narzistische Selbstbespiegelung, sondern Gelegenheit, Fragen der Gegenwart aufzugreifen.

Aufbrechen2014 - Pressekonferenz der Diözese Innsbruck

Innsbruck, 20.11.13 (KAP) "Aufbrechen" lautet das programmatische Motto des 50-Jahr-Jubiläums der Diözese Innsbruck, das "kein Jubeljahr oder eine nostalgische Rückschau" sein soll, sondern der Versuch, "die eigene Geschichte mit einem wahrhaftigen Auge zu bedenken". Das betonte Diözesanbischof Manfred Scheuer bei der Programmpräsentation des von 1. Dezember 2013 bis 8. Dezember 2014 angesetzten Jubiläumsjahres am Mittwoch. "Wir wollen keine narzisstische Selbstbespiegelung, sondern eine kritische Auseinandersetzung auch mit den Menschen, die sich von der Kirche abgewandt haben", so Scheuer. Das Jubiläum biete Gelegenheit, Fragen der Gegenwart aufzugreifen und davon ausgehend in die Zukunft zu schauen. 

Die Diözese möchte sich mit zahlreichen Veranstaltungen "den Fragen unserer Zeit stellen", so Generalvikar Jakob Bürgler. Das Motto "aufbrechen" solle die Offenheit der Diözese für aktuelle Fragen und Probleme der Gesellschaft unterstreichen. Nicht besonders aufbruchsfreudig zu sein, sei ein Etikett, das auf die Diözese Innsbruck nicht zutreffe, so Bürgler. 

Wichtige Impulse für das Diözesanjubiläum holten sich Bischof Scheuer und Generalvikar Bürgler auch aus Rom. Beide trafen heuer am Rande einer Generalaudienz mit Papst Franziskus zusammen. Anregungen, die man aus Rom mitnahm, seien etwa die Weltkirche-Dimension, die Kulturrats-Initiativen zu "Kirche und Kunst" oder "Kirche und Wirtschaft", die Flüchtlingshilfe der Jesuiten oder die einladenden Abendgebete in Santa Maria de Trastevere. 

Mit dem Programm zum 50-Jahr-Jubiläum wolle die Diözese die Lebendigkeit und Vielfalt von Kirche aufzeigen, so Generalvikar Bürgler. Die christliche Zivilcourage soll gefördert und die soziale, kulturelle und gesellschaftspolitische Bedeutung von Kirche sichtbar gemacht und in ihrer Glaubwürdigkeit gestärkt werden. Außerdem gehe es in all den Programmpunkten um die Stärkung des diözesanen Bewusstseins und der Identifikation mit der Diözese Innsbruck. 

Auf dem Programm stehen unter anderem Festgottesdienste, Kunstprojekte, Pilgerwanderungen, Diskussionsrunden und Wallfahrten. Eröffnet wird das Jubiläumsjahr "Aufbrechen - 50 Jahre Diözese Innsbruck" am 1. Dezember mit 15 gemeinsamen Vespern in den Dekanaten, unter anderem um 17 Uhr im Innsbrucker Dom St. Jakob. 

"Mach die Türen auf" lautet der Titel eines Vortrags des bekannten, in Vorarlberg geborenen und in der brasilianischen Diözese Xingu tätigen Bischofs Erwin Kräutler, der sich am 3. Dezember in Innsbrucks "Haus der Begegnung" mit der Rolle der Kirche in der Welt von heute und an der Seite der an den Rand Gedrängten auseinandersetzt. Ebenfalls im "Haus der Begegnung" findet am 7. Jänner 2014 im Rahmen des Diözesanjubiläums ein Dialog mit Bischof Manfred Scheuer, der deutschen Erziehungswissenschaftlerin und Autorin Marianne Gronemeyer und dem Pastoraltheologen Christian Bauer unter dem Motto "Eine andere Zukunft ist möglich" statt. 

Aufbrechen2014 - Pressekonferenz der Diözese Innsbruck

Diözesanfest 

Einer der zentralen Höhepunkte des Jubiläumsjahres soll ein großes Diözesanfest am 20. September 2014 in der Innsbrucker Innenstadt werden. Geplant ist unter anderem auch ein Kabarett zum Thema "50 Jahre Diözese Innsbruck" mit der Künstlergruppe "Feinripp". Den Schlusspunkt wird der Abschlussgottesdienst am 8. Dezember 2014 setzen, wodurch auch der Amtsübernahme von Bischof Paulus Rusch im Jahr 1964 in der neu gegründeten eigenständigen Diözese Innsbruck gedacht werden soll. 

Beim 50-Jahr-Jubiläum wird auch erinnert, dass der größte Teil des heutigen Gebiets der Diözese Innsbruck lange Zeit zur Diözese Brixen - sie wird seit 2011 von Ivo Muser geleitet - gehörte. Als Auswirkung der Teilung Tirols nach dem Ersten Weltkrieg hatte der Heilige Stuhl 1921 den bei Österreich verbliebenen Teil der Diözese Brixen zu einer eigenen Apostolischen Administratur erhoben. Am 6. August 1964 errichtete Papst Paul VI. die Diözese Innsbruck, von der vier Jahre später das Gebiet der heutigen Diözese Feldkirch abgetrennt wurde. Am 26. September 1964 wurde der bisherige Innsbrucker Apostolische Administrator, Weihbischof Paulus Rusch, zum ersten Diözesanbischof von Innsbruck ernannt. Zugleich wurde die Pfarrkirche St. Jakob in Innsbruck zur Kathedrale erhoben. 

Manfred Scheuer leitet die Diözese Innsbruck seit 21. Oktober 2003. Der gebürtige Oberösterreicher war unter anderem als Seelsorger in der Diözese Linz tätig und unterrichtete zuletzt Dogmatik an der Universität in Trier. 

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